Reinecke: Der geplante Umzug der Kunststiftung ist nicht angemessen

Veröffentlicht am 04.03.2010 in Kultur

Die Kunststiftung in Halle plant den Umzug aus der Moritzburg in eine Villa in Halle, die für zwei Millionen Euro aus den Mitteln des Konjunkturpakets des Bundes saniert werden soll. Dabei sollen neben einer Geschäftsstelle eine Ausstellungsfläche sowie eine Dachgeschosswohnung entstehen. Zudem verdoppeln sich die Miet- und Nebenkosten von jährlich 11.000 bis 13.000 Euro auf 25.500 Euro. Dazu erklärt Corinna Reinecke, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion: „Der Umzug der Kunststiftung zu den geplanten Konditionen ist unangemessen gegenüber den Künstlern und Kulturverbänden in unserem Land. Vielerorts muss der Kulturbereich gerade vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise mit Einschnitten leben, nur für die Kunststiftung soll mit viel Geld ein eigenes großzügiges Domizil hergerichtet werden, das in dieser Form nicht benötigt wird. Man kann Verständnis dafür haben, dass man bei der Bewältigung der Aufgaben der Geschäftsstelle in einem Büro mit 38 qm an seine Grenzen stößt. Das ist in der Tat nicht üppig. Aber wofür benötigt die Kunststiftung eine Villa nebst Ausstellungsflächen und Atelierwohnung? Eine moderat vergrößerte Bürofläche in einem bereits hergerichteten Gebäude hätte eher seinen Zweck erfüllt.

Fraglich sind auch die langfristige Anmietung und die durch den Umzug anstehende Verdopplung der Verwaltungs-, Miet- und Betriebskosten, die ohnehin bereits erstaunlich hoch sind. Dies alles steht in krassem Widerspruch zu der bei der Errichtung der Kunststiftung verkündeten Maxime: so wenig wie nötig für die Verwaltung und so viel wie möglich für die Künstler und ihre Projekte. Im Übrigen verwundert es mich, dass der Kultusminister die Entscheidung verteidigt, neue Ausstellungsflächen für zeitgenössische Kunst zu schaffen. Wenn er hier einen Nachholbedarf in Sachsen-Anhalt sieht, wäre es seine Pflicht gewesen, dies im Ausschuss für Bildung, Wissenschaft und Kultur vorzutragen. Es ist dringend notwendig, dass Herr Olbertz dieses Versäumnis umgehend nachholt und im Zusammenhang mit der Gesamtproblematik dazu berichtet. Außerdem sollte sich auch der Stiftungsrat mit der Problematik beschäftigen.“

 
 

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