Wissenschaft gehört ins Kultusministerium!

Veröffentlicht am 10.04.2011 in Landespolitik

In den Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU schwelt derzeit ein Konflikt: Die CDU würde gerne das Wissenschaftsressort ins Wirtschaftsministerium verlegen, aus den Reihen der SPD gibt es hierzu viele kritische Stimmen. Unter anderem hatte sich die bisherige bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Rita Mittendorf, öffentlich gegen solche Überlegungen ausgesprochen. Auch die Juso-Hochschulgruppen und die Jusos Sachsen-Anhalt halten diese Idee für "aberwitzig", so ein offener Brief. Dabei verweisen sie darauf, dass die sozialdemokratischen Grundsätze ein geschlossenes, verzahntes Bildungssystem, angefangen von frühkindlicher Bildung bis ins hohe Alter, beinhalten. Dieses Prinzip des "Lebenslangen Lernens" beinhalte auch die Ausbildung an Hochschulen.

Die Jusos verweisen darüber hinaus auf Art. 5 Abs. 3 des Grundgesetzes: „Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei“. Dieses Humboldt'sche Bildungsideal sehen die Jusos durch eine Kopplung an das Wirtschaftsministerium gefährdet. Sie zeigen sich alarmiert: Eine Fokussierung auf wirtschaftsrelevante Fachbereiche gehe vor allem zu Lasten der Lehre in Kultur-, Geistes- und Rechtswissenschaften, sowie der Lehramts- und Medizinerausbildung. Schon heute seien einige dieser Fachbereiche nicht gut aufgestellt. Dabei seien sie für den Lebensraum Sachsen-Anhalt essentiell. Aber nicht nur in der SPD und bei den Jusos ist der Umzug des Wissenschaftsressorts zur Wirtschaft umstritten. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Bündnis '90/Die Grünen, DIE LINKE und weitere Parteien und Interessenvertretungen äußerten sich kritisch. Von Seiten der Hochschulrektoren waren ebenfalls kritische Stimmen zu vernehmen, die Studierendenräte in Magdeburg und Halle lehnten gänzlich ab. Die SPD wird das Thema nun auf einer außerordentlichen Landesparteiratssitzung diskutieren. Die Zeit drängt, da bereits am kommenden Wochenende Landesparteitage der CDU und SPD über den Koalitionsvertrag entscheiden sollen.

 
 

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